Fernseher für den Atompunk:

19. Mai 2012

In den 1950ern und 1960ern baute die amerikanische Firma Philco Fernseher mit schwenkbarer Bildröhre. Diese Fernseher zeichneten sich vor allem durch ihr gutes Design aus:
philco_predicta_television
Im Laufe der Jahre gab es viele verschiedene Modelle. Sie waren nicht preiswert, empfindlich, aber schön und gelten heute in den USA als Kult. Damals hat es allerdings nie ein Farbgerät in diesem Design gegeben. Die deutsche Firma Saba versuchte sich gegen Ende der 1960er Jahre an einem ähnlichen Design (dann natürlich schon in Farbe), die Geräte waren jedoch nicht nur teuer, sondern auch schnell und häufig kaputt. Außerdem mochte der typische Deutsche zu dieser Zeit keine Designexperimente. Fernseher hatten damals eckig zu sein, und im Nussbaumdekor. Orange oder weiß ging vielleicht für das Kinderzimmer oder in der Bude eines Künstlers, nicht aber in einem deutschen Wohnzimmer. Also gerieten diese Geräte schnell wieder in Vergessenheit.

Heute hat sich die amerikanische Firma “Telstar” des Philco Predicta wieder angenommen: Die Geräte werden wieder produziert: Im alten Design, aber mit neuer(er) Technik! Nicht ganz neu, denn auch die Remakes haben eine Bildröhre. Zwar in Farbe, aber eben kein TFT, kein 16:9 und kein HDTV oder gar 3D. Aber echte Hingucker:

meteor-big

Wer also einen Fernseher eher gelegentlich wirklich benutzt und lieber einen tollen Zimmerschmuck sucht: Hier wird man fündig: www.predicta.com.

Preise wurden dort wohlweislich nicht abgedruckt…

Neue Fernsehserie: Atomic City, Martinis, Bikinis and UFOs

5. Mai 2012

Leider noch nicht in Produktion, geschweige denn fertig. Aber das Promotion Video und die Homepage sind bereits sehr vielversprechend: www.atomiccity.tv.
Für alle, denen “Akte X” zu düster und “Austin Power” zu albern war: Die Hauptfigur Privatdetektiv Stan Velvet löst rätselhafte Fälle in einem futuristischen Las Vegas. Futuristisch: So wie man sich in den 1950ern und 1960ern die Zukunft (also unsere Gegenwart) vorstellte: Fliegende Autos, Gadgets, sagenhafte Architektur und vor allem sehr, sehr bunt. Und dazu eine sehr gute Musik von Jeff Victor. Produziert werden soll diese Serie von einer Firma namens “Astro Films”, von Markus Rothkranz, der sich als Designer bei Filmen wie “Stirb Langsam”, “Total Recall” oder “Red Planet” bereits einen Namen gemacht hat.

Hoffen wir, bald diese tolle Serie im Fernsehen oder Internet sehen zu können!

atomic city

Hörtipp:

19. April 2012

Eine Radiostation mit der passenden Atompunk-Musik:

Auf diesem Internet-Radiokanal bringt “DJ Clement “Skip” Bombwell” aus “einem ehemaligen Raketensilo bei NY” Musik aus dem Zeitalter des Kalten Krieges: Die richtige Hintergrundmusik für jede Tiki-Bar, oder beim Tagewerk des Raketenwissenschaftlers. Oder wie der DJ selbst schreibt: “Machst Du Dir Sorgen wegen der Internationalen Kommunistenverschwörung, die über moderne elektronische Musik Wellen zur Gedankenkontrolle ausstrahlt? Ich weiß, dass ich es tue. Hast du dich schon mal gefragt, warum Techno-Musik Fans niemals Wasser trinken, normales Leitungswasser? Und warum die Oberleitungen so laut brummen? Diese Fragen stellen sich Dir und allen anderen rotblütigen Amerikanern heutzutage. Richtig?

Dann könnte dies deine Radio-Station sein. Wir senden Atomzeitalter Easy Listening Musik aus den 50ern, 60ern und frühen 70ern. Die Exotik von Martin Denny und Les Baxter zu den wehmütigen Stimmungen von Bert Kaemphert und Mancini. Die neuesten Hits und die Filmhits. Es gibt keinen Grund, hier Ohrenschützer aus Alufolie zu tragen! Wir senden nur alte Regierungspropaganda, welche wirklich Gut für Dich ist!

Also rühre Dir einen Krug Mai Tais, lehne dich zurück und genieße was wir Dir an schöner Musik aus diesen wundervollen Jahren bringen.”

Die sowjetische Antwort auf BoneyM

4. März 2012

Während des Kalten Krieges gab es auch Bewunderung für die Kultur des jeweiligen Klassenfeind. Wir hatten Iwan Rebrow mit seiner pseudorussischen Musik, und die Russen (damals Sowjets) hatte
auch ihre eigene Antwort auf BoneyM: Здравствуй песня - Синий,синий иней (Hallo Lied - Blauer, blauer Frost). Einfach mal zuhören:

Dieses Lied aus dem Jahr 1979 von der gleichen Gruppe klingt “russischer”, aber die Kleidung und der Auftritt ist dermaßen “Disco”, mit dem Lied hätten sie sicher auch in der gleichnamigen Sendung von Ilja Richter einen Erfolg gelandet:

Eigentlich wollte ich in diesem Artikel zeigen, dass es in der UdSSR auch gute Popmusik gab. Leider ist mir das nicht gelungen. Ich habe, bis auf wenige Ausnahmen, nur Schnulzen oder patriotische Musik gefunden. Manchmal auch patriotische Schnulzen mit so “tollen” Titeln wie “Meine Adresse: Sowjetunion”. Natürlich gibt es hervorragende klassische Musik und Volksmusik, es gibt sogar einzelne Swing-Platten aus den 1930ern. Aber Rock und Pop im westlichen Sinne ist leider echte Mangelware…

Premakes

22. Januar 2012

Viele bekannte Filme der Neuzeit hätten so ähnlich auch schon vor Jahrzehnten entstehen können. Beispielsweise “Krieg der Sterne” (die Jüngeren nennen diese Filme “Star Wars”), eine krude Mischung aus Märchen und Science Fiction, ist ja keine Erfindung von George Lucas, er bediente sich bei den alten Serien der 1930er Jahre, Flash Gordon und Buck Rogers. Disney machte früher gute Kinderfilme ganz ohne den Rechnerpark von Pixar, mit echten Schauspielern statt Animationen. Und ein Film wie “Ghostbusters” ist ohnehin zeitlos.

Der Filmkünstler Ivan Miguel Guerrero macht mit alten Filmen dass, was andere Künstler mit Photoshop aus Bildern machen: Er arrangiert neu, bearbeitet, kopiert und synchronisiert teilweise neu. Das Ergebnis sind mehr oder weniger lange Trailer von klassischen Filmen, die es nie gegeben hat. Beispielsweise die “Originale” von “Das Imperium schlägt zurück” von 1950 oder “Ghostbusters” von 1954. Sehr sehenswert ist auch “Oben” (Up) in der Fassung von 1965 mit Spencer Tracy in der Hauptrolle. Leider sind ohne Tricks nicht alle Premakes in Deutschland sichtbar, da Youtube einige Filme wegen vermeindlicher Gema-Rechte sperrt. Wer in seinem Brower entsprechende “Umgehungslösungen” installiert hat, kann die Filme natürlich trotzdem sehen, der Kanal von Ivan heißt whoiseyevan.

The Empire Strikes Back (1950):

Ghostbusters (1954)

Up!

The Avengers (1952)

Filmtipp: “The Whisperer in Darkness”

8. Januar 2012

Ganz neu erschienen ist von der “H.P. Lovecraft Historical Society” der neue Thriller “The Whisperer in Darkness”. H.P. Lovecraft war ein amerikanischer Schriftsteller, bekannt geworden durch seine Horrorgeschichten um den sogenannten “Cthulhu Mythos”: Vor vielen Jahrzehntausenden haben Außerirdische die Erde beherrscht. Diese leben noch immer versteckt auf der Erde, und warten auf ihre Auferstehung. Das Wissen an diese alten “Götter” hat sich in den Legenden vieler Völker gehalten, die Geschichten Lovecrafts erzählen von den meist sehr grausigen Kontakten mit den Wesen der Vergangenheit oder den nicht minder grausigen Anhängern unter den Menschen dieses alten Kultes. Auch Hollywood hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach dieses Stoffes angenommen, und eine Reihe mehr oder weniger schlechter Filme heraus gebracht.

Die HPLHS besteht aus Anhängern dieser Literaturgattung, und produziert nicht nur Hörspiele, Kostüme und Zubehör für Rollenspiele, sondern hat nach “The Call of Cthulhu” jetzt den zweiten Spielfilm auf DVD veröffentlicht. Bei der Verfilmung ist man einen gänzlichen neuen Weg eingeschritten: Das Buch “The Call of Cthulhu” spielt im Jahr 1927, folglich ist der Film nicht nur in Schwarzweiß, sondern auch in Stumm. Allerdings mit hervorragender Musik und natürlich auch Zwischentiteln, auf der DVD auch in zahlreichen Sprachen einblendbar. Der Film war bereits ein Meisterwerk und eine Empfehlung wert, allerdings sind Stummfilme nicht jedermanns Sache.

Der aktuelle Film spielt im Jahr 1931, und ist damit zwar auch ohne Farbe, aber mit Ton. Trotz seiner 104 Minuten Spielzeit keine Längen, hervorragend geschauspielert, Trickeffekte, die jeder Hollywoodproduktion aus dem Jahr 1931 das Wasser reichen können, und wieder eine hervorragende Filmmusik. Auf der Homepage zum Film
können drei Trailer bewundert werden. (

Der Film ist auf Englisch gesprochen, Untertitel sind in zahlreichen Sprachen (auch Deutsch) auf der DVD. Gefallen hat mir auch die liebevoll in Schreibmaschinenschrift gestaltete Rechnung. Aber auch der Preis weiß zu gefallen: 34 US$ inklusive Versand (knapp 26,70 EUR) sind für die Doppel-DVD angemessen. Wie gesagt: Man unterstützt keinen großen Hollywoodkonzern, der an der Kinoaufführung Millionen verdient, sondern eine sehr ambitionierte Gruppe von H.P. Lovecraft Fans, die in jahrelanger Arbeit und mit sehr viel Liebe zum Detail einen anspruchsvollen Film geschaffen haben, den ich ganz sicher zu den besten Neuerscheinungen im Filmbereich der letzten 12 Monate zählen würde.

Mechanisches Fernsehen und Theremin - zusammen!

4. Januar 2012

Mein anderes Hobby sind bekanntlich selbstgebaute mechanische Fernseher, nach dem Grundprinzip von Paul Nipkow. Das erste funktionierende Fernsehsystem, bestehend aus Kamera und Fernseher, wurde von John Logie Baird im Jahr 1926 gebaut. Baird gilt damit gemeinhin als “Erfinder des Fernsehens”, auch wenn das selbstverständlich nicht seine alleinige Leistung war. Es war eben Zufall, dass der schottische Tüftler vor den großen Labors in Deutschland und den USA erste Erfolge vorführen konnte. Selbstverständlich gilt Baird heute als britischer Nationalheld, und ihm zu Ehren verbringen noch heute fast alle Briten mehrere Stunden täglich vor dem Fernseher, oder “Televisor”, wie Baird das Gerät nannte. ;-)

Sein erster “Fernsehdarsteller” in seiner Experimentierphase war die Bauchrednerpuppe “Stooky Bill”, dieses Detail ist in Großbritannien nicht nur Experten bekannt, ähnlich wie hier jedes Kind die Geschichte um den Namen “Audi” für die Automarke kennt. So entstand dieses interessante Musikstück “Stooky Bill @ Televisor”. In diesem skurrilen CLip sieht man nicht nur Stooky Bill und einen Televisor, gespielt wird die Musik auf einem Theremin. “How cool is that?”, wie man auf englisch sagt, oder auf schrecklichem Neudeutsch: “Wie geil ist das denn?”

Mein Theremin (Teil 2)

26. Dezember 2011

Vor einiger Zeit hatte ich hier mein preiswertes Theremin aus dem japanischen wissenschaftlichen Magazin Gakken vorgestellt. Das Gerät sieht nicht nur wie ein Spielzeug aus, es ist auch nicht sonderlich leistungsfähig. Anhand Hinweisen aus dem Internet habe ich aber erfahren, dass es sehr leicht technisch zu verbessern ist. Gesagt, getan! Auf technischer Seite habe ich zunächst den komischen Draht gegen eine stabilere Antenne aus Messingrohr ersetzt. Diese erzittert nicht schon bei der leichtesten Handbewegung, sie hat auch wesentlich bessere elektrische Eigenschaften. Als zweites habe ich den winzigen Lautsprecher gegen ein etwas leistungsfähigeres Exemplar getauscht, bei der Gelegegenheit habe ich auch einen Lautstärkeregler (Poti, 4,7 kOhm) eingesetzt. Und, wie ich ja schon vorher bei Experimenten festgestellt hatte, ist das Theremin erheblich leistungsfähiger, wenn man sich mit der Masse des Gerätes verbindet. Dies habe ich elegant durch die zweite Antenne links getan. Berührt man die Antenne, ertönt das Theremin. Lässt man die Antenne los, ist es stumm. Verbunden ist diese Antenne einfach mit der Masseleitung des Theremins. Jetzt ist es möglich auch mit diesem Theremin richtige Musik zu machen. Aus optischen und klanglichen Gründen habe ich das Gerät in ein Holzgehäuse eingesetzt. Diese Kiste stammt fertig aus dem Bastelladen und fällt auf durch ihre fast 1 cm dicken Wände. Für 3,60 EUR konnte ich die Kiste nicht selber bauen, lediglich gebeizt und lackiert habe ich sie selbst. Last but not least habe ich dem Gerät einen Anschluss für ein Trafo hinzu gefügt. Das macht den Betrieb um einiges wirtschaftlicher, außerdem braucht man keine Angst vor ausgelaufenen Batterien haben.

Auf dem Foto sieht man das “neue” Theremin neben dem jetzt verwaisten Originalgehäuse.

Theremin

Theremin

Mein Atompunk Pegasos

9. Dezember 2011

Wie angekündigt, habe ich meinen Pegasos I (ein Amiga-Clone mit einem G3-Prozessor und dem Betriebssystem Morphos) umgebaut. Wenn er ein bisschen schneller wäre, könnte er den PC locker ersetzen.
Aber auch daran werde ich vermutlich noch arbeiten, denn es gibt ja auch einen Pegasos II: Mit G4 Prozessor und 1 GHz Taktfrequenz ist er schon deutlich alltagstauglicher.

Mein Atompunk Pegasos I

Die ganze Geschichte über den Umbau gibt es hier: Mein Atompunk Pegasos I

Danger 5

26. November 2011

Seit dem 21.11.2011 läuft eine wirklich sehr schräge neue Web-Fernsehserie: Danger 5. Die durch die australische SBS ausschließlich mit neuen Schauspielertalenten für das Internet produzierte Serie ist komplett im Stil einer Fernsehserie der 1960er Jahre gehalten. Sie spielt auf einer parallelen Erde, wo Hitler nicht besiegt ist; als Erzbösewicht will er nach wie vor die Weltherrschaft übernehmen.
Das Team “Danger 5″ versucht die Nazis daran zu hindern. In der Serie wimmelt es nach guter alter James Bond Manier von schönen Frauen, bösen Robotern und geheimnisvollen Superwaffen. Ein wirklich herrlicher Trash:

Alle aktuellen Folgen sind bei Youtube zu sehen, und natürlich auch über die offizielle Homepage: www.sbs.com.au/danger5/.